Träger: Cihad Taskin - Diversity Management & interkulturelle Kompetenz
Durchführung: 01.04.2005 - 30.06.2005
Der lokale Aktionsplan sieht die Vertiefung der Integrationsbemühungen für
das Fördergebiet vor. Integration richtet sich an (öffentliche) Institutionen und
an deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und an Einwanderinnen und Einwanderer, mit denen diese Institutionen zusammenarbeiten.
An der Schnittstelle Institution und Lebenswelt kommt es häufig zu kulturell und sozial
mitbedingten Missverständnissen und Konflikten. Für das Fördergebiet stellt
sich dieses Problem aufgrund des relativ hohen Einwandereranteils und hinzukommende
soziale Benachteiligungen besonders. Das Fördergebiet bildet den Haupteinzugsbereich
der Grundschule, an der das Projekt stattfinden wird. Der Anteil an Kindern von Einwanderern
und von Kindern aus sozial schwachem Umfeld ist dort so hoch, dass die Schule - im Unterschied
zu einer zweiten Grundschule in Hattersheim - auch durch die kulturelle und soziale
Zusammensetzung der Schülerschaft charakterisiert wird. Zum Beispiel entstehen
Image-Probleme für die Schule, Probleme in der Zusammenarbeit zwischen Eltern und
Lehrerinnen und Lehrern und auch benachteiligende Wirkungen für die Kinder der Einwanderer auf Grund
des beschriebenen Sachverhalts. Um positive Veränderungen zu unterstützen, ist das
Projekt dialogisch aufgebaut und richtet sich gleichberechtigt an Lehrerinnen und Lehrer und
Migrantinnen- und Migranten-Eltern. Gefördert werden Dialoge im Themenfeld Schule - Elternarbeit.
Das Verfahren für den Aufbau einer Wissens- und Dialogstruktur sieht folgendermassen aus:
Unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit soll in der nächsten Förderperiode
ein Multiplikatorenpool für die Förderung der Zusammenarbeit von Schule und
Migrantinnen- und Migranten-Eltern aufgebaut werden. Der Pool soll aus einem Netzwerk von Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern
auf Lehrerinnen- und Lehrer- und Migrantinnen- und Migranten-Seite bestehen.
Teamerinnen und Teamer für Fortbildung und Moderatorinnen Moderatoren für Veranstaltungen werden jeweils paritätisch, sprich mit einem Mann / einer Frau, besetzt. Hier wird auch die unterschiedliche Herkunft (deutsch / nicht deutsch) mit einbezogen. Männer- und Frauenbilder in unterschiedlichen kulturellen Kontexten sollen genau so thematisiert werden wie gegenseitige Vorurteilsbildungen. Der Schwerpunkt soll hier auf den Frauen liegen (Frauen in familiären Schlüsselrollen, Frauen als Mütter).
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Regenbogenschule, dem Stadtteilbüro und
der Ausländerbeauftragten der Stadt Hattersheim durchgeführt. Sowohl die Schule
als auch die nichtdeutschen Eltern gaben das Feedback, dass das Projekt sowohl Lehrerinnen und Lehrern
als auch Migranteneltern im Bezug auf ihre Wahrnehmung und ihre Deutungsmuster sowie
wechselseitige Bedarfe und Bedürfnisse sensibilisiert hat. Das führte mit zur
Bereitschaft von Nichtdeutschen und Lehrerinnen und Lehrern am Aufbau eines Migrantinnen- und Migranten-Pools
mitzuwirken. Damit konnte an der Schule die Voraussetzung für den Aufbau eines
Netzwerkes geschaffen werden.
Insgesamt konnten 15 Personen (neun Eltern und sechs Lehrerinnen und Lehrer) für die
Teilnahme an den Qualifizierungseinheiten gewonnen werden. Durch die Berücksichtigung
unterschiedlicher Informations- und Kommunikationsstile konnte sowohl die Teilnahme von
Eltern und Lehrerinnen und Lehrern an dem Projekt als auch eine Zusammenarbeit der beiden Gruppen
sichergestellt werden. Die Schule konnte dafür gewonnen werden, an der Schaffung der
Voraussetzungen für den Aufbau eines Elternnetzwerkes mit Anbindung an das
Lehrerkollegium mitzuarbeiten.
Die Inhalte der Fachveranstaltungen sind auf grosses Interesse der Teilnehmer gestossen. Die Bedeutung einer Qualifizierung der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule für die Zukunft der Bildung der Kinder und ihre künftigen Chancen im Erwerbsbereich konnte durch das Projekt erfolgreich vermittelt werden. Für die Schule wurde eine Perspektive entwickelt, wie Migranteneltern stärker - unter Berücksichtigung ihrer Interessen und Bedarfe - in die Schulkultur und das Schulsystem eingebunden werden können. Lehrerinnen und Lehrer sagen, dass sie die Migranteneltern im Projektkontext noch einmal neu und anders wahrgenommen haben und daher die Themen "Erziehungsstile" und "Erziehungsziele" neu überdenken. Die Migranteneltern wurden durch das Interesse der Lehrerinnen und Lehrer für ihre Themen motiviert. Ein besseres Verständnis des deutschen Schulsystems wirkte zusätzlich motivierend. Daher ist die Bereitschaft sowohl auf Eltern- als auch auf Lehrerseite gesichert, einen nachhaltig wirksamen Multiplikatorenpool aufzubauen.
Die Nachhaltigkeit des Projekts ist darin zu sehen, dass in einem Aufbauprojekt die in der ersten Phase geschaffenen Grundlagen zu einem Elternnetzwerk verdichtet werden. Das Netzwerk soll langfristig eine fruchtbare Kommunikation zwischen Schule bzw. Lehrerinnen und Lehrern und den im Netzwerk vertretenen ethnischen Gruppen sicherstellen. Ein zweiter Gesichtspunkt ist, dass durch das vermittelte Institutionswissen die Voraussetzungen der Eltern mit Migrations-Hintergrund an der Arbeit der Elternvertretungsgremien der Schulen und an Gremienarbeit überhaupt teilzunehmen, verbessert wurden.
Frau Simone Bitterer
Büro des Bürgermeisters
Telefon: 06190 970-183
Telefax: 06190 970-134
E-Mail: simone.bitterer@hattersheim.de
Frau Heike Bülter
Telefon 06190 / 935818
E-Mail: stadtteilbuero-hattersheim@web.de
Herr Cihad Taskin - Diversity Management & interkulturelle Kompetenz
Mobil: 0171 / 15 48 402
Festnetz: 069 / 75 00 95 61
E-Mail: c.taskin@dil-frankfurt.eu