Träger: katholische Pfarrgemeinde St. Martinus, Hattersheim
Durchführung: 01.03.2005 - 30.06.2005
Im Handlungskonzept für die Soziale Stadt wurde bereits auf die Notwendigkeit hingewiesen, Jugendliche stärker in die sozialräumlich orientierte Förderung einzubeziehen. Der lokale Aktionsplan stellt hierzu fest, dass besonders Jugendliche vom wohnortnahen Mangel an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen betroffen sind.
Die katholische Kirchengemeinde möchte einem arbeitslosen Jugendlichen im Rahmen ihrer Gemeindetätigkeiten die Möglichkeit geben, im Zusammenwirken mit haupt- und ehrenamtlich tätigen Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowohl soziale Kompetenz zu erwerben als sich auch in und durch aufeinander abgestimmte und sich ergänzende Tätigkeiten zu qualifizieren.
Das Hauptziel ist dabei, einen Bezug des Jugendlichen zur Arbeitswelt herzustellen und ihm eine Reihe konkreter Fertigkeiten zu vermitteln. Der Heranführungsprozess an die Arbeitswelt umfasst:
Insbesondere soll durch die Zahlung eines kleinen Honorars der Wert der Tätigkeiten ersichtlich gemacht und damit das Selbstwertgefühl des Jugendlichen gestärkt werden.
Der Jugendliche wird von der Kirchengemeinde bei der Findung eines Ausbildungsplatzes unterstützt. Mit Abschluss des Projekts erhält der Jugendliche von der Kirchengemeinde eine Zertifizierung seiner Tätigkeiten.
Ein deutliches Defizit liegt bei der Zielgruppe in ihrer sozialen Kompetenz. Es mangelt an Fähigkeiten, verbal auf andere zuzugehen und vorallem, sich durch verbales Geschick Erfolgserlebnisse zu verschaffen, Vertrauen zu wecken und mit verbalen Mitteln interessenorientierte Strategien zu verfolgen. Dieser Umstand führt bei einigen männlichen Jugendlichen zu Rückzug mit Vereinsamungscharakter, bei anderen zur Ersetzung verbaler Strategien durch den Einsatz physischer Gewalt.
Der Jugendliche hat sich durch den Qualifizierungsprozess deutlich positiv entwickelt. Er hat sich konstant eingebracht und die Erfahrung gemacht, dass ihm bestimmte Tätigkeiten mehr liegen als andere. Die Rückmeldungen der betreuenden und anleitenden Personen sind überwiegend positiv. Da der Jugendliche noch keine Ausbildungsstelle erhalten konnte, wünscht er sich für die Übergangsfrist, weiter im Rahmen der Gemeindetätigkeiten lernen und arbeiten zu können.
Durch eine kontinuierliche Betreuung - vor allem der hauptamtlichen Mitarbeiter der Gemeinde - konnte sichergestellt werden, dass der Jugendliche für die unterschiedlichen Tätigkeiten motiviert wurde und von sich aus ein Interesse an kontinuierlicher Mitarbeit entwickelte.
Vor allem das Kennenlernen von Verwaltungsabläufen und die Arbeiten mit Verfahren der elektronischen Datenverarbeitung konnten erfolgreich vermittelt werden.
Der Jugendliche konnte in sieben Tätigkeitsfeldern qualifiziert werden. Im Hinblick auf die Qualifizierungseinheiten im ehrenamtlichen Bereich (Tätigkeiten im Kirchenladen) erwies sich die Projektdauer als etwas knapp bemessen, weil auch die Ehrenamtlichen auf die Anleitung und Betreuung des Jugendlichen vorbereitet werden mussten.
Der Jugendliche wurde ermuntert und angeleitet, selbstständig Kundengespräche zu führen. Aufgrund der knapp bemessenen Projektzeit wäre es wünschenswert gewesen, dass diese selbstständige und das Selbstbewusstsein fördernde Kommunikation eine längerfristige zeitliche Perspektive gehabt hätte.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde haben Vorstellungsgespräche und Bewerbungsschreiben mit dem Jugendlichen vorbereitet. Die Vermittlung in einen Ausbildungsplatz ist aber noch nicht gelungen.
Es ist gelungen, das interne Netzwerk der Gemeinde - bestehend aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern - so zu aktivieren, dass es möglich wurde, einem Jugendlichen eine Reihe von qualifizierenden Tätigkeiten im Rahmen der Gemeindeaktivitäten zu vermitteln.
Die Nachhaltigkeit des Projekts ist in der Stärkung eines Jugendlichen durch Tätigkeiten, die sowohl die soziale Kompetenz stärken als auch die Verknüpfung mit potenziellen Arbeitgebern fördern, zu sehen. Der zweite Aspekt besteht darin, dass die katholische Gemeinde im Zuge der Qualifizierungsmaßnahme ein "Internes Netzwerk" aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufgebaut hat, welches den Jugendlichen im Verlauf der Qualifizierung betreut hat. Dadurch wurde ein Potenzial nutzbar gemacht, aus dem ein längerfristiges und eigenständiges Angebot entwickelt werden könnte.
Frau Simone Bitterer
Büro des Bürgermeisters
Telefon: 06190 970-183
Telefax: 06190 970-134
E-Mail: simone.bitterer@hattersheim.de
Frau Heike Bülter
Telefon 06190 / 935818
E-Mail: stadtteilbuero-hattersheim@web.de
Herr Pfarrer Franz Lomberg
Telefon 06190 / 22 17
E-Mail: pfarrbuero@stmartinus.de