Anlässe des Projekts sind Probleme im Zusammenleben unterschiedlicher ethnischer Gruppen im Wohnbestand und besonders in Hochhäusern der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH und der Wunsch von Mietern und der Wohnungsbaugesellschaft zu einem besseren Miteinander zu kommen.
1. Schaffung einer Beschäftigung für eine arbeitslose Soziologin mit Migrationshintergrund aus dem Projektgebiet. Die Einbindung der Soziologin in eine Studie der Wohnungsbaugesellschaft soll ihr die Möglichkeit geben, Erfahrungen in einem Praxisfeld zu sammeln, dass eine hohe Relevanz für die Wohnungswirtschaft hat. Sie wird die Befragung durchführen und auf Grundlage dieser Befragung in Zusammenarbeit mit der Mieterberaterin der Caritas ein Personennetzwerk knüpfen.
2. Die durchzuführende aktivierende Befragung soll die Grundlage für die Knüpfung eines Personennetzwerkes schaffen, welches die Hausgemeinschaft zwischen unterschiedlichen ethnischen Gruppen fördert. Das Netzwerk soll sich aus Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft zusammensetzen und sich für die Gestaltung und Entwicklung der kommunikativen Strukturen im Haus einsetzen.
Die Befragung wird auf der Grundlage eines Konzeptes durchgeführt, das in der Hauptsache zwischen intakter und nicht intakter Hausgemeinschaft unterscheidet. Besondere Berücksichtigung bei der Ausarbeitung der Fragen finden die Themen Gender Mainstreaming, Toleranz und Demokratie. Auf dieser Grundlage wird ein Leitfaden entwickelt und werden Interviews durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Befragung werden in einem Bericht zusammengefasst. Der Bericht enthält auch einen Empfehlungsteil, der als Arbeitsgrundlage für das Personennetzwerk dienen soll. Die Erstellung der Studie wird vom Institut für Interaktionsforschung und Wissensmanagement unterstützt und begleitet.
3. Das Projekt unterstützt den lokalen Aktionsplan in mehrfacher Hinsicht. Es wird eine Beschäftigung geschaffen, die eine wichtige Qualifizierung beinhaltet, es wird ein Personennetzwerk geschaffen, dass insbesondere auch eine nachbarschaftliche Kinderbetreuung ermöglichen soll und damit einen Beitrag zu der im lokalen Aktionsplan vorgesehenen Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten und insbesondere Alleinerziehende unterstützen soll.
Bei den Interviews wird darauf geachtet, dass gleichermaßen Männer und Frauen zu Wort kommen. Bereits der Interviewleitfaden wird das Thema Gender-Mainstreaming in seinen Fragestellungen berücksichtigen. Nicht zuletzt sollen die Personen, die für das Personennetzwerk, dass Verbesserung in der kommunikativen Struktur vorschlagen und umsetzen soll, zu gleichen Teilen aus Männern und Frauen bestehen.
Es hat sich herausgestellt, dass die am Projekt beteiligten Mieter/-innen (insgesamt ca. 35 Personen) es abgelehnt haben, ein Netzwerk zu gründen. Stattdessen wurde darauf gedrängt, Mieterversammlungen durchzuführen. Dieses Anliegen wurde als Aktivierungsergebnis ernst genommen, so dass im Projektzeitraum zwei Versammlungen (Beteiligung von 17 bzw. 25 Mieter/-innen) durchgeführt wurden. Auch hier zeigte sich, dass die Auseinandersetzungen noch anhalten. Für den Herbst 2007 ist eine weitere Versammlung geplant.
Die zu qualifizierende Person konnte im Rahmen des Projekts ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse erweitern. Die Resonnanz der Bewohner/-innen ist anders als erwartet ausgefallen: einmal bestand sie in dem kommentierten Interesse an Mieterversammlungen. Zum anderen fanden sich im Projektverlauf immer mehr Migrant/-innen, die einen Gesprächskreis wünschen, in dem sie sich mit ihrer (Beschäftigungs-) Situation als Migranten in Deutschland auseinandersetzen können.
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